Wichtige Hinweise zum Au-pair
Aufenthalt
© Christoph Hambloch, 1996
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Einige Veränderungen in Ihrem Leben/Tagesablauf stehen bald
an. Ein weiterer Mensch mit all seinen individuellen Wünschen, Ansprüchen,
Vorstellungen, Bedürfnissen ergänzt Ihre Familie. Einiges wird sich
bald bei Ihnen ändern. Darauf sollten Sie vorbereitet sein. Es muß mehr
Wäsche und Nahrung organisiert werden, die Reihenfolge im Bad ändert sich,
Telefon, Fernseher und Kühlschrank werden anders genutzt, die Kinder bekommen
eine neue Bezugsperson, |
Sie fühlen sich für einen weiteren Menschen verantwortlich....
Damit all diese Veränderungen zu Ihrem Vorteil geschehen,
geben wir einige wichtige Hinweise. Sicherlich werden nicht alle Probleme
erfaßt. Die wichtigsten Denkanstöße sind aber gegeben. Bei weiteren Fragen
können Sie auch gerne meine persönliche Erfahrung nutzen und mich jederzeit
anrufen. |
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ist der spannendste und gleichzeitig
schwierigste Daß es bald spannend wird, werden Sie
bei sich und den Kindern, mit denen Sie vorab viel über ihre neue "Schwester"
reden sollten, ganz von alleine feststellen. Schwierigkeiten können sich aus
der oben schon angesprochenen Individualität des neuen Mitmenschen und der
Neuorganisation in Ihrem Haus ergeben. Folgendes sollten Sie daher im ersten
Monat bedenken und beherzigen: Erster Tag - Ankunft Das Au-pair kommt nach einer langen
Reise in eine völlig neue Umgebung, in der es nicht nur wegen der Sprache
viel schlechter verstanden wird als zu Hause. Behandeln Sie sie daher zunächst als
netten Gast. Stellen Sie sich und Ihre Familie vor, zeigen Sie ihr das Haus,
geben Ihre etwas zu essen und zu trinken, lassen Sie ihr Zeit für einen
kleinen Reisebericht, machen Sie ihr eine kleine Aufmerksamkeit, z.B. ein
Buch über Ihre Stadt. Lassen Sie sie zu Hause anrufen, um Bescheid zu sagen,
daß alles geklappt hat und geben Sie ihr vor allem auch Zeit, sich in Ihrem
Zimmer zu sammeln und zur Ruhe zu kommen. |
Erste Woche - Eine Freundin zu
Besuch Sie sollten möglichst viel gemeinsame Zeit mit Ihrem Au-pair
verbringen. Einerseits muß ihr nämlich viel erklärt werden, andererseits muß
ein Verhältnis von Vertrauen und Freundschaft aufgebaut werden, auf dem die
ganze lange Zeit danach fußen soll. Zeigen Sie ihr den Umgang mit den Hausgerätschaften, mit den
öffentlichen Verkehrsmitteln und gegebenenfalls mit dem Auto. Stellen Sie Ihr
Au-pair in der Schule/im Kindergarten Ihrer Kinder, den Verwandten und
Nachbarn vor, gehen Sie gemeinsam in den üblicherweise aufgesuchten
Geschäften den täglichen Haushaltsbedarf einkaufen usw. Erster Monat - Der Gast wird zum
Familienmitglied Nach einer Eingewöhnungsphase wird aus dem Gast langsam ein
Familienmitglied mit den festzulegenden Rechten und Pflichten. Der Alltag
nimmt Oberhand für Sie und Ihr neues Familienmitglied. Damit dieser Übergang
möglichst reibungslos klappt, sollten sie einige wichtige Punkte beherzigen: |
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Sie dürfen nichts als selbstverständlich
voraussetzen Bei der Handhabung von technischen Gerätschaften ist dies
schnell klar. Was Ihre Erwartungen und Einstellungen betrifft werden viele
meist auch nur kleine Dinge von Ihrem Au-pair nicht nur nicht verstanden,
sondern teilweise auch anders gesehen. Deshalb sollten Sie jede Kleinigkeit
in einem Gespräch klären. Zunächst sollten Sie aber für den groben Rahmen einen |
möglichst festen Zeitplan erstellen. Jede Abweichung davon
sollte erklärt und besprochen werden. Geben Sie stundenplanartig den
Tagesablauf und die Aufgaben vor: Zeit zum Aufstehen: Gasteltern, Au-pair, Kindergarten-/Schulbeginn,
Kinderbetreuungs-zeiten, Zeit zum Aufräumen, Freizeiten des Au-pairs,
Sprachschule, Ihre Termine/"Vereinstage". |
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Zeit |
Montag |
Dienstag |
Mittwoch |
Donnerstag |
Freitag |
Samstag |
Sonntag |
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6.30 |
aufstehen |
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7.00 |
Kinder wecken |
aufstehen |
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aufstehen |
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8.00 |
Schulbeginn |
Kinder wecken |
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frei |
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8.30 |
Aufräumen |
Schulbeginn |
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Besuch d. |
Oma |
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19.00 |
Sprachkurs |
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Sprachkurs |
Tanzabend |
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20.00 |
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Babysitten |
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22.00 |
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frei |
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Rückkehr. |
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Neben diesem Plan
ist es auch wichtig, dem Au-pair genau zu erklären, was Sie erwarten. Denn: |
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Zu jeder Aufgabe gehört ein Ziel. Stecken Sie keine Ziele, können Sie nach der Aufgabenerledigung
nicht gerecht prüfen, ob das Au-pair Ihren tatsächlichen Wünschen
nachgekommen ist. Bei der Aufgabe "Aufräumen" beispielsweise meint
das Au-pair möglicherweise wegstellen, saugen, wischen, Sie aber
"nur" wegstellen, um anschließend Zeit mit den Kindern übrigzuhaben.
Sie werden dann bei der Beurteilung unzufrieden sein. Dies liegt aber unter
Umständen an Ihren unkonkreten Vorgaben. In allen Belangen, in denen Sie bestimmte Verhaltensweisen
erwarten, müssen Sie diese möglichst früh definieren. Läuft erst einmal etwas
nicht, wie Sie sich das vorgestellt haben, ist es oft unangenehm, die Dinge
wieder zurechtzubiegen. Sprechen Sie deshalb möglichst vorher über alles. Dazu einige Themen: Telefonieren, Fernsehen, Ernährung, Religion, Besuch, den
das Au-pair bekommt, Ausgehzeiten: in der Woche, am Wochenende, Tabuzonen im
Haus fürs Au-pair oder die Kinder, Autobenutzung, Auszahlung des
Taschengelds, Vergütung von Mehrstunden/für Sonderaufgaben, Urlaubsregelung,
Ordnung im Haus, Rauchen, Medikamente, was tun in Notfällen, wichtige
Adressen - Telefonnummern... |
Handhaben Sie die Spielregeln aber gerecht und transparent
für Ihr Au-pair. Für Veränderungen sollten Sie offen sein und diese
besprechen. So könnten Sie beispielsweise zuerst den Besuch von Fremden
ablehnen, später aber wenn sich eine feste Freundin in der Nachbarschaft
findet, jene zu bestimmten Zeiten ins Haus einladen. Das Verhältnis von "Kinder- und
Haushaltsprogramm" muß ebenfalls gelegentlich flexibel gehandhabt werden.
Dabei müssen Sie die Prioritäten setzen: Soll das Au-pair lieber das unter
Umständen lange Monopoli-Spiel mit den Kindern zu Ende spielen oder steht der
Haushalt im Vordergrund. Mal trifft das Erste zu, wenn Besuch erwartet wird
vielleicht das Zweite. Sagen Sie immer vorher, was Sie erwarten, geben Sie
Anleitung, dann brauchen Sie nachher kaum Kritik üben, sondern können, was
sehr wichtig ist, zur Motivation öfter loben. |
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Rücksicht auf Verständigungsprobleme: Vor allem am Anfang besteht die Gefahr, daß das Au-pair
aus Höflichkeit immer erklärt, daß sie alles verstanden hat. Teilweise haben
die Mädchen gelernt, nie nachzufragen, geschweige denn zu hinterfragen. Dazu
sollten Sie ihre neue "Tochter" aber unbedingt auffordern, um
Mißverständnisse zu vermeiden. |
Trotzdem werden Sie vielleicht nach einem Monat
feststellen, daß das Au-pair Dinge erfragt, die Sie anfangs längst erklärt
hatten. Seien Sie dann verständnisvoll und erklären alles noch einmal. Sind
Sie zu kritisch; verschließt sich das Au-pair beim nächsten Mal, aus Angst zu
fragen. |
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Richtig
Kritik üben. Ihr Au-pair wird genau wie Ihre Kinder oder Ihr Partner nicht
wie ein Roboter funktionieren und schon gar nicht von alleine alles richtig
machen. Zu bestimmten Anlässen werden Sie Kritik üben müssen. Diese sollte
immer "Ich-Botschaften" enthalten. Äußern Sie Kritik konkret und nicht allgemein: Nicht
"Immer, wenn ich nach Hause komme, schauen die Kinder fern"
sondern "gestern und heute haben die Kinder nachmittags ferngesehen.
Ich möchte aber nicht, daß sie es jeden Tag tun". Üben Sie Kritik beschreibend und nicht wertend: Nicht
"Du |
bist langweilig, weil Du nie etwas zum Gespräch beiträgst" sondern: "Du bist heute so still. Ich würde gerne
wissen, wie es Dir heute geht" Sprechen Sie von sich selbst und nicht von anderen: Nicht
"Du läßt immer alle
Gartenarbeit an mir hängen" sondern: "Ich bin sauer, weil ich das Gefühl habe, daß
ich das ganze Unkraut alleine jäten muß. Das will ich nicht." Auch Wünsche sollen in einer bestimmten Art vorgetragen
werden, die direkt, sachlich und positiv ist. |
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nicht |
sondern |
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Du sollst Dich mehr um den Haushalt kümmern. |
Ich möchte, daß Du 3 mal in der Woche abwäschst |
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Du sollst nicht so einen Krach machen, wenn Du nach Hause
kommst. |
Ich möchte, daß Du sobald Du nach Hause kommst die Holzschuhe
ausziehst. |
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Dir ist es ja egal, wenn sich das Kind erkältet.. |
Ich glaube, das Kind ist nicht warm genug angezogen. Ich möchte,
daß Du ihm einen Pullover überziehst. |
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Ein Problem, daß fast immer auftritt und nicht nur bei
Au-pairs entsteht, sondern bei allen Menschen in der Fremde, so daß
eigentlich jeder dafür Verständnis hat. Bedenken Sie, schuld daran sind nicht
Sie, sondern von Ihnen nicht beeinflußbare äußere Umstände. Sie sollten
deshalb kein schlechtes Gewissen haben. Das Ende durch Kulturschock
hervorgerufener kritischer Phasen können Sie auch kaum beeinflussen.
Telefonate nach Hause helfen dem Au-pair kaum, sie verzögern eher den
Anpassungsprozeß. |
Was können Sie tun? Versuchen Sie verständnisvoll darüber
zu reden. Sagen Sie dem Au-pair, daß andere diesen Streß ebenfalls haben und
fast jede ihn nach einiger Zeit erfolgreich überwindet. Motivieren Sie das
Au-pair zu neuen Aktivitäten, ohne jedoch 1.000 Ideen anzuzetteln.
Kulturstreß ist nicht unbedingt einmalig. Er kommt, geht und kommt eventuell
auch wieder. Seien Sie verständnisvoll. Gewähren Sie dem Au-pair
gegebenenfalls "Auszeiten" von all den neuen Aufgaben und
Eindrücken, damit es Zeit bekommt, sich zu sammeln und sich zu beruhigen. |